Box-Blog

DBV Müller und der WSB

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Es gibt Sätze, die mich irgendwie verfolgen. Ich lese sie und stutze. Dann lese ich weiter, springe wieder zurück zu den gerade gelesenen Sätzen… Und dann komme ich ins Denken, jedenfalls versuche ich es. So ist es mir erst unlängst gegangen. Irgendwo las ich ein Interview, in dem auch Michael Müller, der Sportdirektor des Deutschen Boxverbandes (DBV), zu Wort kam.
Müller, den ich, damit er nicht mit anderen Müllern verwechselt wird, DBV Müller nenne, äußerte sich zu dem Problem WSB, AIBA und Ulrich Bittner. Zur Erinnerung: Bittner, der Lizenznehmer der AIBA für die WSB, hat Streit mit der International Boxing Association. Er will sie sogar verklagen. Die wiederum will mit ihm nichts mehr zu tun haben. Ob nun eine deutsche Mannschaft an der World Series of Boxing teilnehmen kann, ist noch unklar. Soweit – so bekannt.
DBV Müller also sagt in dem Interview jene Sätze, die mich ins Grübeln gebracht haben, nämlich: „Einer möglichen juristischen Auseinandersetzung mit Herrn Bittner sieht die AIBA offensichtlich gelassen entgegen. Damit hat der DBV aber nichts zu tun, weil wir da nie etwas unterschrieben haben.“ Den ersten Satz verstehe ich ja noch. Natürlich sieht die AIBA juristischen Auseinandersetzungen gelassen entgegen. Die AIBA hat schließlich, wie nahezu alle Sportverbände, ihren Sitz in der Schweiz, um genau zu sein, in Lausanne, im Maison du Sport International. Damit befinden sie sich, nach meiner Meinung, sozusagen in einem rechtsfreien Raum. Soweit ich weiß, hat noch nie ein Sportverband einen Prozess in der Schweiz verloren. Dabei wurde anderen Verbänden bereits Bestechung und Betrug nachgewiesen. Aber das schweizerische Rechtssystem schützt die super reichen Verbände.
Nun komme ich aber über das folgende „Damit hat der DBV nichts zu tun“ nicht hinweg. Es hallt irgendwie immer weiter nach. Ich verstehe hier, dass Müller zum Ausdruck bringen will, dass der deutsche Amateurverband mit dem WSB Turnier nichts zu tun hat. Meiner Meinung nach hat er aber natürlich doch etwas mit dem WSB zu tun. Waren es denn nicht zum Teil deutsche Boxer, die vom Verband ausgesucht worden waren und die dann dort als deutsche Mannschaft angetreten sind? – Aber folgen wir doch einfach der Argumentation von Müller und überprüfen, ob der DBV etwas mit dem Turnier zu tun hat. Waren eigentlich Vertreter des DBV, z.B. Michael Müller und Jürgen Kyas, der Präsidenten des DBV, bei einer oder mehreren Veranstaltungen der WSB dabei? Die Antwort auf diese Frage klärt alles.
So wie ich es verstehe, gibt es nun drei Möglichkeiten – ich erinnere noch mal daran, dass wir der Argumentation von DBV Müller folgen.
1. Möglichkeit: Keiner vom DBV war jemals da. Damit ist schon bewiesen, der DBV hat wirklich nichts mit dem Turnier zu tun.
2. Möglichkeit: Es waren zwar schon Offizielle vom DBV, aber als Privatpersonen, dort und haben wie alle Privatpersonen auch eine Eintrittskarte gekauft und die Reise dorthin, mit allem, was dazu gehört, aus der eigenen Tasche bezahlt. Dann ist auch alles gut.
3. Möglichkeit: Es waren Offizielle vom DBV akkreditiert und die Reise hat der Verband bezahlt. Dann haben diese Personen ja wohl Gelder des DBV zweckentfremdet, wenn denn der DBV mit dem WSB nichts zu tun hat. Nennt man das dann nicht Unterschlagung oder Betrug?
Nun ist also nur noch die Frage zu klären, ob z.B. Michael Müller und Jürgen Kyas bei einer WSB Veranstaltung dabei war und wer dafür bezahlt hat.
© Uwe Betker

Foto: Jonny Ismail Keta und Mike Keta

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Ketas-2

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1. Oktober 2014 at 23:59

Foto: Runde 1

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(C) Uwe Betker

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30. September 2014 at 23:59

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Foto: Aleksandar Todorovic vs. Aleksandar Jankovic

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Profiboxen eins 079
(C) Reinhard Zillmer

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30. September 2014 at 23:59

Ein unkonzentrierter Bericht: Vier Minuten Profiboxen können für einen gelungenen Abend reichen

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Multitasking ist nicht meine Sache. Eigentlich ist es ganz einfach, über Boxen zu schreiben. Man muss es sich nur in der Nähe vom Ring bequem machen und sich das Treiben im Seilgeviert anschauen. Bei Bedarf macht man sich ein paar Notizen. Und wenn man dann wieder zu Hause ist, schreibt man seinen Bericht. Das Problem mit der Veranstaltung am 26.09.2014 im Freudenreich Professional Boxing Gym war, dass ich sowohl als Berichterstatter als auch als Sekundant dort war. Nun muss ich glücklicherweise wenigstens nicht über den Kampf berichten, bei dem ich sekundierte – es war kein Profikampf, sondern ein Amateurkampf von zwei Frauen. Ich konnte daher halbwegs konzentriert – also ich war schon ein wenig unkonzentriert – die Profikämpfe verfolgen. Um es aber noch mal zu sagen: Multitasking ist definitiv nicht meine Sache.
Sechs Kämpfe fanden auf der Charity Veranstaltung zu Gunsten der Stiftung „Kinderträume“ statt. Die drei Amateurkämpfe waren stallinterne Duelle, bei denen alle Boxer zum ersten Mal einen Kampf bestritten. Alle drei Kämpfe waren ausgesprochen gut und unterhaltsam.
Im ersten Profikampf trafen im Super Federgewicht Sebastian Tlatlik (5 Kämpfe, 5 Siege. 4 durch KO) und Jason Eagen aufeinander. Eagen ein erfahrener Kampfsportler bestritt seinen ersten Profikampf als Boxer. In den ersten Sekunden studierte Tlatlik seinen Gegner. Er ließ ihn einfach machen, dann begann er mit zu boxen. Er kam ohne Probleme mit Eins-Zwei-Kombinationen durch die Deckung von Eagen zum Kopf durch. Kurze Zeit später wurde der Debütant so hart getroffen, dass er leicht einknickte und seinen Mundschutz verlor. Der Kampf wurde dann hektisch. Vor allem Eagen wurde immer hektischer und versuchte sich durch wilde Aktionen zu retten. Die beiden Kontrahenten stießen dabei mit den Köpfen zusammen. Tlatlik zog sich eine kleine Platzwunde auf dem Kopf zu. Er ging daraufhin zur Offensive über. Tlatlik konterte und traf. Dabei öffnete er mit einer rechten Grade einen tiefen Cut über dem linken Augen von Eagen, der dann auch zum Abbruch des Kampfes führte. TKO 1 nach 2:10 Minuten. Dies war der längste Profikampf des Abends.
Im folgenden Profikampf trafen Nordin Asrih (4 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 2 Niederlagen) und Michael Traut im Super Mittelgewicht gegeneinander an. Asrih und Traut sind eigentlich im MMA zu Hause. Asrih war der bessere und aggressivere Boxer. Von der ersten Sekunde an machte er Druck und suchte den schnellen KO Erfolg. Schon nach wenigen Aktionen kam es dann auch dazu. Ein rechter Cross zur Schläfe fällte Traut. Es war ein sehr schwerer KO. Die Ringärztin war sofort bei ihm. Später wurde er auf eine Bahre der anwesenden Rettungssanitäter gelegt und ins Krankenhaus gebracht.
Den Hauptkampf des Abends bestritten Jay Spencer (7 Kämpfe, 7 Siege, 5 durch KO) und Robert Szalach im Halbschwergewicht. Spencer, der amtierende deutsche Meister der GBA im Halbschwergewicht hatte mit dem Debütanten Szalach keine Probleme. Bereits nach 40 Sekunden war der Kampf zu Ende. Spencer hatte seinen Gegner in der neutralen Ecke gestellt und nicht mehr raus gelassen. Körperhaken brachten ihn zu Boden, wo er ausgezählt wurde.
Insgesamt waren nur 4 Minuten Profiboxen zu sehen gewesen. Dennoch war es eine gute Veranstaltung. Die Profikämpfe waren kurz, aber auch kurzweilig. Die stallinternen Amateurkämpfe gingen alle über die Distanz und waren hart umkämpft. – Ein gelungener Anfang für einen Freitagabend.
© Uwe Betker

Written by betker

28. September 2014 at 23:59

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Foto: Badien Hasso vs. Ismael Altintas

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Badien Hasso vs. Ismael Altintas (6)
(C) Uwe Betker

Written by betker

28. September 2014 at 23:59

Foto: Runde 1

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DSC00023
(C) Uwe Betker

Written by betker

28. September 2014 at 23:59

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